Der Kunstraum Pettneu setzt ein Zeichen
In den Morgenstunden des 21. Mai wurden 10 Tierrechtsaktivisten verhaftet.

Einer davon war Chris Moser. Seitdem sitzt er in Wiener Neustadt in Untersuchungshaft.

 

PETTNEU (mst). Der Kunstraum Pettneu um Oswald Perktold setzte deshalb ein Zeichen der Solidarität. KünstlerInnen wurden dazu eingeladen, Bilder zur Verfügung zu stellen, die im Kunstraum Pettneu der Öffentlichkeit präsentiert und einheitlich um 47.- Euro verkauft wurden. Der Erlös kommt der Familie von Chris Moser zu Gute. Entgegen aller Erwartungen konnten über 80 Exponate zusammengetragen werden, die auch alle verkauft wurden.
Den 10 inhaftierten Tierrechtsaktivisten, darunter eine Frau, wird der § 278a vorgeworfen. Dieser Paragraph beinhaltet die Bildung bzw. Teilnahme an einer kriminellen Organisation. Dr. Bernd Haberditzl, der Rechtsvertreter von Chris Moser, führte aus, dass Chris Moser kein konkretes Delikt vorgeworfen werden kann, außer eben der § 278a, der eigentlich anderen Zwecken dient. Der Paragraph wurde in den 80iger Jahren in das StGB aufgenommen, um in erster Linie den Terrorismus zu bekämpfen. „Hier wird der Rechtsstaat mit Füßen getreten und es ist eine Schande für Österreich, dass wir heute hier stehen. Es ist unannehmbar, dass der sogenannte Terroristenparagraph auf TierschützerInnen angewandt wird“, meinte LA Maria Scheiber. Dr. Haberditzl meint, dass das eigentliche Problem nicht die Begehung einer Straftat ist, denn keinem der Inhaftierten kann eine solche vorgeworfen werden, sondern das Aufeinanderprallen zweier Ideologien. Auf der einen Seite steht der Anthropozentrismus, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt und auf der anderen Seite der Pathozentrismus, der alle leidensfähigen Wesen, also auch Tiere berücksichtigt. Der nächste Haftprüfungstermin ist am 11. September und dann wird sich zeigen wie es mit den 10 TierschützerInnen weitergeht.

 

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Abler Peter & Stecher Maria